Am Samstag, den 4. April, eröffnet im Stadthof Hanau die erste sogenannte Baggerbude in Hessen. Auf rund 20 Quadratmetern Sandfläche stehen mehrere hundert Kilo Sand und eine Auswahl ferngesteuerter Baustellenfahrzeuge bereit. Betreiber und Partner bezeichnen das Angebot als Erlebnisraum, der vor allem Erwachsene ansprechen soll.
Eröffnung und Nutzung
Die Baggerbude liegt neben dem Stadthof-Eingang Marktplatz. Geräte können am Gewächshaus und Infopoint ausgeliehen werden. 30 Minuten kosten sieben Euro, 40 Minuten zehn Euro. Bis zu fünf Personen können gleichzeitig mit den ferngesteuerten Maschinen in der Sandschicht arbeiten. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Im Inneren der Anlage wurde laut Angaben der Betreiber mehrere hundert Kilo Sand verbaut. Entlang einer rund drei Meter langen Theke lassen sich die Modelle durch die Sandlandschaft manövrieren. Entgegen dem Ursprungskonzept aus Dubai, wo ähnliche Angebote oft mit Gastronomie kombiniert werden, gibt es in der Hanauer Ausführung kein eigenes Speisenangebot. Nur wenige Schritte entfernt bietet die Lili Catering Tagesbar des Behinderten-Werk Main-Kinzig Getränke und Speisen an.
Konzept und Partner
Die Idee einer Baggerbude stammt ursprünglich aus Dubai und verbreitete sich international unter der Bezeichnung Sandbar. Für die Umsetzung in Hanau arbeiteten das Stadthof-Team, der Deutsche Erfinderverband e.V. und die Firma Revell zusammen. Revell stellt die Modellfahrzeuge bereit, der Erfinderverband bringt sein Netzwerk und seine Expertise ein.
Claudia Ullmann aus dem Stadthof-Management beschreibt das Projekt als Teil des Anspruchs, den Stadthof als Experimentierfläche für Handel und Begegnung zu nutzen. Nach ihrer Darstellung ist die Baggerbude weniger als Kinderangebot gedacht. Es gehe darum, dass Erwachsene für Minuten wieder Kind sein dürften und auf spielerische Weise den Alltag ausblenden könnten. Herbert Boos, Vorsitzender des Deutschen Erfinderverbandes, sagte, das Projekt wecke auf spielerische Weise Erfindergeist und Freude an Neuem.
Sandra Struckmeyer von Carrera Revell Europe verwies darauf, dass Modellbau und das Steuern ferngesteuerter Modelle mehrere Generationen verbinde und weiterhin im Trend liege. Revell sehe die Baggerbude als Angebot, das zum Markenkern passe und das Unternehmen unterstütze das Projekt mit seinen Fahrzeugen.
Stadthof als Treffpunkt
Der Stadthof versteht sich nach eigenen Angaben als Ort, der Angebote abseits reiner Kaufanreize bieten soll. Claudia Ullmann verweist auf andere analoge Formate im Stadthof, etwa einen großen Puzzle-Tisch, Brettspiel-Tage und Tischkicker. Diese Angebote sollen Begegnungen abseits digitaler Plattformen fördern. Die Baggerbude ergänzt dieses Angebot um eine weitere analoge Erlebnismöglichkeit.
Die Betreiber betonen, dass die Baggerbude sowohl Besucher anziehen als auch das Konzept des Stadthofs als Treffpunkt für unterschiedliche Altersgruppen und Interessen stärken soll. Für die Zukunft ist geplant, verschiedene Modelle bereitzustellen, mit denen Gräben ausgeschaufelt, Sandburgen aufgeschüttet und Wände aus Sand errichtet werden können.
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