Mittwoch, 28.01.2026

Wiesbadener Verkehrsbetrieb zieht positive Zwischenbilanz zu Frontkameras in Bussen

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Seit September 2024 testen die Wiesbadener Verkehrsbetriebe ESWE Verkehr in 14 Linienbussen digitale Frontkameras, um Park und Halteverstöße auf Bus und Umweltspuren sowie in Haltestellenbereichen zu dokumentieren. Das Unternehmen zieht nach eigenen Angaben eine positive Zwischenbilanz und berichtet von überwiegend positiven Bewertungen durch das Fahrpersonal.

Funktionsweise und Einsatz

Die Kameras werden vom Fahrpersonal manuell per Knopfdruck aktiviert, wenn Fahrzeuge die Weiterfahrt auf Busspuren behindern. Erfasst wird ausschließlich der ruhende Verkehr. Nach Angaben des Unternehmens verfügen die Geräte über keine durchgehende Video Aufnahmefunktion wie bei einer Dash Cam. Die Auslösung dokumentiert Kennzeichen, Uhrzeit und exakten Standort über GPS Daten.

Auswertung und Übergabe an Behörden

Die Bilddaten werden nach Rückkehr der Busse verarbeitet. ESWE Verkehr erklärt, dass unbeteiligte Dritte manuell unkenntlich gemacht und jedes Ereignis einzeln geprüft wird. Die rechtssichere und datenschutzkonforme Auswertung erfordere daher einen erheblichen Zeitaufwand. Pro Monat fallen nach Angaben des Unternehmens Fotos in vierstelliger Anzahl an. Als relevant bewertete Aufnahmen werden anschließend an die städtischen Verkehrsbehörden weitergeleitet. Dort wird entschieden, ob Bußgelder verhängt werden. ESWE Verkehr versteht sich formal als Zeugin eines möglichen Verkehrsverstoßes.

Ergebnisse, Häufungsorte und Folgen für Verkehrsteilnehmer

Monatlich werden im Schnitt knapp 200 Meldungen an die Behörden weitergegeben. Die meisten dokumentierten Vorfälle entfallen auf die Wiesbadener Innenstadt, besonders auf stark frequentierten Achsen wie dem Kaiser Friedrich Ring, der Bahnhofstraße und der Wilhelmstraße. Für Fahrzeugführer kann ein Verstoß auf der Busspur in der Regel 70 Euro kosten. Bei kombinierten Umweltspuren kann zusätzlich ein Punkt im Fahreignungsregister folgen.

Beurteilung durch das Unternehmen und Perspektiven

Geschäftsführerin Marion Hebding betont, dass Frontkameras sich als geeignetes Mittel erwiesen hätten, um gegen auf der Busspur stehende Fahrzeuge vorzugehen. Freie Busspuren würden gleichermaßen dem Fahrpersonal und den Fahrgästen helfen, weil sie die Einhaltung des Fahrplans unterstützten. ESWE Verkehr nennt zudem eine hohe Zustimmung im eigenen Personal: Mehr als 90 Prozent des Fahrpersonals bewerten den Einsatz des Systems als erfolgreich.

Aufgrund der positiven Erfahrungen zeigt sich laut dem Unternehmen bundesweit Interesse an vergleichbaren Systemen. Es gebe zudem laufende Tests anderer Verkehrsunternehmen, unter anderem in Frankfurt.

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