Samstag, 10.01.2026

Hanau und Main-Kinzig drängen auf Anteile aus 950 Millionen Euro für Klinikmodernisierung

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Zum Start der bundesweiten Umsetzung des Krankenhaustransformationsfonds fordern Hanau und der Main-Kinzig-Kreis eine gerechte Verteilung der für Hessen vorgesehenen 950 Millionen Euro. Bürgermeister Dr. Maximilian Bieri und Landrat Thorsten Stolz mahnen an, dass die Mittel nicht vorwiegend in zentrale Standorte fließen dürfen, sondern auch regionale Krankenhäuser berücksichtigen müssen.

Forderung nach regionaler Verteilung

Der Krankenhaustransformationsfonds soll bis 2035 Mittel für die Modernisierung der Krankenhauslandschaft bereitstellen. Mit Blick auf Hessen, dem ein Volumen von 950 Millionen Euro zur Verfügung steht, betonen Bieri und Stolz, dass es sich überwiegend um Mittel für kommunal getragene Einrichtungen handele. Sie verwiesen darauf, dass die Hessische Krankenhausgesellschaft sich bereits für eine Weitergabe der Finanzmittel in die Fläche ausgesprochen und zugleich eine einseitige Bereitstellung von 200 Millionen Euro für die Universitätsklinik Frankfurt kritisiert hat.

Bieri sagte, es dürfe nicht sein, dass der Strukturwandel vor allem in Großstädten wie Frankfurt oder Kassel stattfinde. Stolz ergänzte, die Kliniken im Main-Kinzig-Kreis und in Hanau leisteten täglich wichtige Arbeit etwa in der Notfallversorgung und der Geburtshilfe. Nur durch gezielte Mittelzufuhr lasse sich diese Versorgungsqualität erhalten.

Konkrete Projekte und lokale Bedarfe

Als konkrete Bedarfe nennen die Kommunalpolitiker den Umbau der Notaufnahme in Gelnhausen und den Aufbau einer geriatrischen Tagesklinik in Schlüchtern. Am Klinikum Hanau seien der Neubau einer Kreissaallandschaft sowie die Beschaffung neuer großer medizinischer Geräte vorgesehen. Nach Angaben von Stolz übernehmen die Main-Kinzig-Kliniken nach Schließungen und Angebotsreduzierungen in Orten wie Büdingen und Alzenau zunehmend die Versorgung weiterer Regionen. Dies müsse bei der Mittelvergabe berücksichtigt werden.

Kommunale Trägerschaft und politische Erwartungen

Bieri und Stolz bekennen sich ausdrücklich zur öffentlichen Trägerschaft ihrer Kliniken. Sie argumentieren, dass eine starke kommunale Verantwortung Verlässlichkeit und patientenorientierte Versorgung garantiere und durch Fördermittel gestärkt werden müsse. Bieri verwies zudem auf die rechtliche Verpflichtung des Landes Hessen zur Förderung von Investitionen in Krankenhäuser.

Beide Politiker fordern vom Land Hessen eine Ausgestaltung der Vergabekriterien, die regionale Bedarfe sichtbar macht, sowie eine schnelle und unbürokratische Weitergabe der Gelder an die Träger. Zugleich begrüßten sie die Anstrengungen von Bund und Land zur Stärkung der Krankenhauslandschaft, mahnten aber an, die Versorgung im ländlichen Raum nicht aus dem Blick zu verlieren.

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